• image
  • image
  • image
  • image
  • image
  • image
  • image

Ansprache Tu-Bischwat

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident Toscani, sehr geehrter Herr Umweltminister Jost, sehr geehrter Herr Prof. Riexecker, sehr geehrte Frau Dr. Kalbfuss, sehr geehrte Frau Dr. Özfirat  wehrte Vorstandsmitglieder und Mitglieder der Repräsentanz der Synagogengemeinde Saar, meine Damen und Herren

Es ist mir eine große Freude Sie heute, anlässlich unseres Tu Bischwat Feiertages bei uns vor der Synagogengemeinde Saar begrüßen zu dürfen.

Aus dem hebräischen übersetzt bezeichnet Tu Bischwat den 15. Tag im jüdischen Kalendermonat Schwat. Ein Tag an dem wir alljährlich unserer Natur und Umwelt – insbesondere unseren Bäumen und Pflanzen – gedenken, weshalb dieser Feiertag auch als „Neujahrsfest der Bäume“ bekannt ist.

Der jüdische Jahreskalender gibt uns Menschen gleich vier Neujahrsfeste vor, wobei jedes einzelne Fest einen spezifischen Lebensbereich der Menschen beleuchtet.

So wie der 1. Tag im Kalendermonat Tischrei den Beginn der Jahreszählung für den Menschen als Individuum darstellt, so wird für Bäume und Pflanzen das Jahr ab dem 15. Schwat gezählt.

In jedem Neujahrsfest steckt somit die Chance zu einem Neuanfang. Es birgt den Wunsch und die Hoffnung sich und seine Umwelt neu wahrzunehmen und zu evaluieren.

Mit Blick auf das Neujahrsfest der Bäume stellen wir uns die Frage:

Erfülle ich meine persönliche sowie kollektive Pflicht gegenüber meiner Umwelt, indem ich sorgsam und gewissenhaft mit dieser wertvollen Ressource umgehe?

Wie kann ich die Gaben, welche wir tagtäglich aus der Natur genießen, der Natur zurückführen, denn dieses Gut gehört uns nicht allein.

Aus diesen Überlegungen heraus hat sich weltweit in den jüdischen Gemeinden der Brauch etabliert, an diesem Neujahresfest der Bäume und Pflanzen, der Natur etwas zurück zu geben, weshalb wir heute -  gemeinsam mit Ihnen - zwei Bäume für die Zukunft setzen.

Im Namen von Vorstand und Repräsentanz möchte ich mich sehr für das beherzte Engagement und die prompte Zusage zur Teilnahme an dieser Aktion bedanken.

Besonders freut es uns, dass Sie Herr Landtagspräsident und Sie Herr Umweltminister anlässlich der Feierlichkeiten 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, 700 Jahre jüdisches Leben im Saarland und 75 Jahre Gründung unserer Gemeinde nach der Schoah diese Pflanzung als Kooperation und zum Zeichen der gegenseitigen Verbundenheit mit unserer Gemeinde – vornehmen.

Mögen uns diese beiden Zwillingsbäume stets an unsere tiefe Freundschaft und wechselseitige Verantwortung für Umwelt, Natur und Menschlichkeit erinnern.

Ricarda Kunger

Vorstandsvorsitzende der SYNAGOGENGEMEINDE SAAR

 IMG-20210128-WA0003.jpg

Box-Set kann nicht geladen werden.
Prüfen Sie bitte den Aufruf im Template.