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Soziales

Die Synagogengemeinde Saar ist seit Gründung der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Saar als anerkannter jüdischer Wohlfahrtsverband ihr Mitglied. Dies war und ist in anderen Bundesländern nicht überall der Fall. Der positive Umstand ist dem damaligen Caritasdirektor Otto Bitz zu verdanken, der als junger Assessor unter dem jüdischen Oberregierungsrat Dr. Ernst Blum, dem damaligen Leiter der Abteilung Sozialwesen und Allgemeine Wohlfahrtspflege im Ministerium für Arbeit, Sozialwesen und Gesundheit, gearbeitet und durch ihn die Geschichte und die beachtlichen Leistungen jüdischer Wohlfahrtspflege kennengelernt hatte. Er machte sich daher später mit Erfolg für eine Vollmitgliedschaft der Synagogengemeinde Saar als Spitzenverband in der Liga stark.
Bis zur Zuwanderung und auch da noch im ersten Jahr, wurde die soziale Betreuung und Beratung der Mitglieder von der Geschäftsführung in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helferinnen des Jüdischen Frauenbundes bewältigt. Nachdem annähernd 150 Personen aus dem Kreis der „Kontingentflüchtlinge“ Mitglieder der Gemeinde geworden waren und diese in der Anfangsphase ihrer Eingliederung eine zeitintensive soziale Betreuung benötigten, war dies nicht mehr zu leisten und eine russischsprechende Sozialarbeiterin wurde eingestellt.
Nun wurde, wie überall in Deutschland, die Soziale Beratung und Betreuung der Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion der neue Schwerpunkt der Sozialarbeit der Gemeinde. Außer der individuellen Betreuung durch regelmäßige Besuche der Sozialarbeiterin und des Geschäftsführers in den Übergangswohnheimen und den Sprechstunden im Gemeindehaus, gab es von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland durchgeführte überregionale Informations- und Fortbildungsveranstaltungen, die speziell der sozialen und religiösen Integration der jüdischen „Kontingentflüchtlinge“ gewidmet waren. Parallel hierzu bot die Zentralwohlfahrtsstelle auch Fortbildungsveranstaltungen zur Professionalisierung der Sozialarbeit in den jeweiligen Gemeinden an.

Ein Altenheim für die betagten Gemeindemitglieder / Das Egon-Reinert-Haus


Bereits Mitte der 50er Jahre war das Projekt eines Altenheimes für die betagten Mitglieder der Gemeinde angedacht, jedoch mangels Finanzierungsmöglichkeiten nicht weiterverfolgt worden. Später, im Frühjahr 1965, wurde in der Repräsentanz erneut die Frage eines Altenheimes für die betagten Mitglieder aufgeworfenen, aber erst 1972 wurde daraus etwas Konkretes und zwar Dank des persönlichen Kontaktes von Hermann Schömer, dem damaligen Geschäftsführer des Vereins Saarbrücker Altenwohnstift e.V. zum damaligen Geschäftsführer der Synagogengemeinde Saar, Walter Walter. Über diese freundschaftliche Annäherung zwischen zwei Menschen entwickelte sich eine fruchtbare freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Institutionen, deren Verwaltungen sie vorstanden.
1980 wurde ein benötigtes Erweiterungsgebäude für die Pflegestation des 1972 eröffneten Egon-Reinert-Hauses geplant. Bauherrin und Eigentümerin sollte die Synagogengemeinde werden. Nach Fertigstellung des Gebäudes 1983 wurde dieses an den Saarbrücker Altenwohnstift e.V. verpachtete, der als Betreiber fungierte.
2009 veräußerte die Synagogengemeinde den Erweiterungsbau (Pflegestation) an die Stiftung Saarbrücker Altenwohnstift.
2010 wurde eine schriftlich fixierte Kooperationsvereinbarung zwischen der Stiftung Saarbrücker Altenwohnstift und der Synagogengemeinde Saar unterzeichnet, in welcher die weitere freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen festgelegt wurde.
An die 35 Mitglieder der Gemeinde haben seit der Eröffnung im Jahr 1972 ihren Lebensabend im Egon-Reinert-Haus verbracht.

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