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Öffnung nach Außen

Die Fertigstellung des Rohbaus des Synagogengebäudes am 28.07.1949 wurde mit einem bescheidenen kleinen Richtfest im Lokal „Treffpunkt“ in der Saarbrücker Dudweilerstraße begangen; Das 10jährige Bestehen der Gemeinde im Juni 1956 wurde ebenfalls nur „nach Innen“ mit einem Festgottesdienst und einer Feier mit Bewirtung und Unterhaltungsprogramm für die Mitglieder im Gemeindesaal begangen. Auch noch das 40jährige Bestehen der neuen Synagoge wurde am Sonntag, 13. Januar 1991 lediglich mit einem Festgottesdienst und einem Empfang für die Mitglieder im Gemeindesaal gefeiert.
Bis ca. 2000 waren die meisten Veranstaltungen der Gemeinde ausschließlich für Gemeindepublikum und einige wenige geladene Gäste des Öffentlichen Lebens ausgerichtet.
Erst das doppelte Jubiläum „50 Jahre Synagoge Saarbrücken/55 Jahre Synagogengemeinde Saar“, das am 28. Januar 2001 begangen wurde, gab Anlass zur definitiven Änderung dieser Einstellung bei der damaligen Gemeindeleitung: Die jahrzehntelange Abkapselung nach innen wurde endlich aufgebrochen und überwunden.
Nun wurde die bis dahin an den Tag gelegte zurückhaltende Bescheidenheit erstmalig gegen ein nach außen dargestelltes, normales Selbstbewusstsein ausgetauscht. Jetzt sollte dem ganzen Saarland die Freude über das Jubiläum mitgeteilt werden und die Vertreter des Öffentlichen Lebens endlich auch einmal zu fröhlichem Feiern in die Gemeinde eingeladen werden, statt wie sonst nur zu traurigen Anlässen wie dem jährlichen Gedenken am 9. November oder zu Einweihungen von Gedenktafeln für in der NS-Zeit zerstörte Synagogen.
Nach einem Festgottesdienst in Anwesenheit des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, und zahlreicher weiterer jüdischer und nicht-jüdischer prominenter Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens folgte am Abend ein großer Ball in der Saarbrücker Kongresshalle, der unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Peter Müller stand und der seitens der Vertreter des Öffentlichen Lebens ebenfalls sehr großen Zuspruch fand.
Seither zeigt die Synagogengemeinde kontinuierlich auch nach außen politische und kulturelle Präsenz:

Übers Jahr finden öffentliche Konzerte mit synagogaler Musik statt; hierbei gastieren international renommierte Kantoren und Synagogenchöre.

Seit 2003 werden zum „Europäischen Tag der Jüdischen Kultur“, der in der Regel am 1. Sonntag im September begangen wird, diverse kulturelle Veranstaltungen und eine öffentliche Synagogenführung angeboten.

Seit 2009 veranstaltet die Gemeinde jährlich im Herbst in Kooperation mit dem Saarbrücker Kino achteinhalb die „Jüdischen Filmtage Saarbrücken“.

Ebenfalls seit 2009 findet jährlich im Dezember neben dem Entzünden der Chanukka-Lichter im Rahmen des Abendgottesdienstes in der Synagoge ein als Event konzipiertes, öffentliches Entzünden des weithin sichtbaren großen Chanukkaleuchters auf dem Flachdach der Synagoge statt.

Der Anstoß für die erste Verlegung von „Stolpersteinen“ für jüdische Opfer des Holocaust im Stadtzentrum Saarbrückens am 10.3.2010 kam seinerzeit vom Vorstandsvorsitzenden Richard Bermann.
Das jahrelange unermüdliche Engagement der Gemeindeleitung für eine Straßenbenennung nach einer herausragenden jüdischen Persönlichkeit führte schließlich zur Realisierung des Rabbiner-Rülf-Platzes mit dem Mahnmal für die während der NS-Zeit ermordeten saarländischen Juden „Der Unterbrochene Wald“ von Ariel Auslender, die beide im November 2013 eingeweiht wurden.


Interreligiöser Dialog


Das Judentum beansprucht für sich keine Heilsexklusivität und kennt daher auch keinen Missionsauftrag. Dennoch nimmt die Synagogengemeinde Saar gerne sich bietende ernsthafte Gelegenheiten war, um im Dialog über die jüdische Religion aufzuklären und Vorurteilen entgegenzuwirken.

Von Anbeginn und bis heute pflegt die Synagogengemeinde Saar sehr gute freundschaftliche Beziehungen zu der am 8. Juli 1954 gegründeten Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes e.V. Der vorbereitende Vortragsabend über „Aufgaben und Ziele der Arbeitsgemeinschaft“ am 10.06.1954 fand, so wie zahlreiche Veranstaltungen in den Folgejahren, im Gemeindesaal statt.

Auch zu den beiden großen christlichen Konfessionen besteht seit Gründung der Gemeinde ein offenes freundschaftliches Verhältnis.
Seit 2001 beteiligt sich die Synagogengemeinde Saar am Interreligiösen Dialog Saarbrücken.
Seit Bestehen der Gemeinde haben unzählige Jugendliche aller Altersgruppen sowie Erwachsene von der Möglichkeit einer Gruppenführung in der Synagoge Gebrauch gemacht, um so das Judentum aus erster Hand näher kennenzulernen. Im Schnitt fanden in letzter Zeit jährlich etwa 50 solcher Führungen statt.

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