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Mitgliederzahlen

Die saarländischen Remigranten, die in Frankreich oft unter falschen Namen in Verstecken und Internierungslagern oder als aktive Mitglieder der Résistance oder der französischen Armee überlebt hatten, kamen mit französischer Staatsbürgerschaft in die Heimat zurück. Sie hatten die französische Sprache erlernt und meist waren ihre Kinder schon in Frankreich zur Schule gegangen.
Es war für sie daher naheliegend, einmal in Saarbrücken angekommen, ihre Kinder auf das für die ins Saarland gekommenen französischen Familien 1945 gegründete „Lycée Maréchal Ney“ zu schicken.

Von 1946 an und bis in die 60er Jahre besuchten fast alle Kinder der Gemeinde dieses französische Gymnasium in der Saarbrücker Halbergstrasse. Lediglich Kinder einiger in Homburg und Saarlouis lebenden Familien besuchten von Anfang an saarländische Schulen.
Später ging auch ein kleiner Teil der Kinder von Saarbrücker Gemeindemitgliedern auf deutsche Schulen, wobei dennoch das „Lycée“ weiterhin stark bevorzugt wurde. Ein Teil besuchte weiterhin den französischen Zweig, ein anderer den seit September 1961 eingerichteten deutschsprachigen Zweig des in dem gleichen Gebäude etablierten neuen „Deutsch-Französischen Gymnasiums“.
Neben der frankophonen Erziehung der Rückwandererkinder gab es eine Reihe weiterer Gründe für die Wahl des „Lycée“ als Schule. Manche Eltern befürchteten, dass auf Grund der personellen Kontinuität in den ersten zwei bis drei Nachkriegsjahrzehnten an saarländischen Schulen anfangs eventuell noch Lehrer unterrichteten, die dem nationalsozialistischen Gedankengut nachhingen, und man wollte seine Kinder dieser Gefahr nicht aussetzen. Zum anderen war das französische Bildungssystem im Unterschied zum saarländischen, konfessionell geprägten Schulsystem, laizistisch ausgerichtet. Religionsunterricht fand nicht an der Schule statt, sondern außerhalb am damals schulfreien Donnerstag in den jeweiligen Kirchengemeinden. Der Besuch war freiwillig und Religion kein Unterrichtsfach. Somit war zwischen Lehrern und Schülern sowie auch unter den Schülern die möglicherweise heikle Frage nach der Religionszugehörigkeit kein Thema. Außerdem hatte die Schule einen sehr guten Ruf; es herrschte strenge Disziplin und es fand auch Unterricht am Nachmittag statt, was vielen Eltern entgegenkam. Da auch deutschsprachige Kinder von Saarländern die Französische Schule besuchen durften, gab es keinerlei Hindernis.

Die natürliche Folge des französischen Schulabschlusses war in den meisten Fällen ein sich daran anschließendes Studium an einer Hochschule in Frankreich. Dort lernte man oft den späteren Lebenspartner kennen und mit dem französischen Studienabschluss waren auch das weitere Berufsleben und das künftige Leben schlechthin in Frankreich vorprogrammiert. Hinzu kam, dass es unter den Kindern der Gemeinde besonders viele Mädchen gab; sie heirateten und zogen in andere Gemeinden im In- oder Ausland. Dadurch gingen bedauerlicher Weise die Familien der jungen Generationen und ihre Kinder und Enkel für die Kontinuität der Gemeinde in Saarbrücken verloren.

Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Saarlandes waren Zuzüge aus anderen Bundesländern in der Vergangenheit eher selten. Die Folge hieraus war, dass die Mitgliederzahl ab der Sechziger Jahre stetig abnahm, weil, abgesehen von der Abwanderung der Jugend, zahlreiche Gemeindemitglieder im Alter zu ihren Kindern ins Ausland zogen oder hier verstarben.

Im Juni 1948 waren 264 Mitglieder im Gemeinderegister eingeschrieben. Nach einem vorübergehenden Höhepunkt im Jahre 1959 mit etwa 400 Mitgliedern bestand in den 70er Jahren die Gemeinde nur noch aus ca. 350 Mitgliedern und war stark überaltert. Die Entwicklung war weiter abnehmend, so dass 1989 nur noch ca. 250 Mitglieder im Gemeinderegister geführt wurden.

Übersicht