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Die Feiertage

Rosch Haschana 

Jom Kippur

Sukkot

Simchat Tora

Chanukka

Purim

Pessach

Schawuot

Lag baOmer


Rosch Haschana / Das Neujahrsfest

Das jüdische Neujahrsfest und damit der Jahresbeginn werden am 1. und 2. des Monats Tischri (September/Oktober) gefeiert. Der Überlieferung nach wurde die Welt an diesem Tag erschaffen. Rosch Haschana ist der Gerichtstag, an dem Gott über das Schicksal der Menschen im kommenden Jahr entscheidet. Es heißt, drei Bücher würden an Rosch Haschana geöffnet: eines für die vollkommen Gerechten, die in dasselbe sofort eingeschrieben werden, eines für die vollkommen Bösen, die ebenfalls sogleich verzeichnet werden, und eines für die Durchschnittlichen, denen bis Jom Kippur (die sog. Zehn Bußtage) Zeit zur Umkehr gelassen wird. Man wünscht sich daher gegenseitig „zu einem guten Jahr eingetragen und besiegelt zu werden“. Bei der häuslichen Feier werden zu Beginn der Festmahlzeit beim Segen über Brot und Wein ein Stückchen Brot und ein Stück Apfel in Honig getaucht und nach einem entsprechenden Segensspruch verspeist, als Symbol dafür, dass das neue Jahr ein „süßes“ werden möge.
Herausragender Moment der Liturgie an Rosch Haschana ist das Blasen des Schofars, eines ausgehölten gebogenen Widder- oder Antilopenhorns, dessen Spitze zu einem einfachen Mundstück geformt ist. Der Schofar wird in genau festgelegter Reihenfolge auf drei verschiedene Arten geblasen: „Tekia“ (langer, anschwellender Ton); „Schebarim„ (gebrochenes Signal:drei kurze Stöße); „Terua“ (schmetternder Ton: rasche Aufeinanderfolge von neun Stakkato-Tönen). Rosch Haschana ist ein ernst begangener Festtag. Der Ton des Schofars soll zur Umkehr ermahnen und es ist Pflicht, ihn bewusst und aufmerksam zu hören.



Jom Kippur / Versöhnungstag

Am 10. Tischri, dem zehnten Tag des neuen jüdischen Jahres, wird der höchste jüdische Feiertag, Jom Kippur, begangen. Es ist beginnend mit Rosch Haschana der zehnte und letzte der zehn Bußtage. Es ist ein Tag, an dem von Sonnenuntergang des Vorabends bis zum Sonnenuntergang an Jom Kippur 24 Stunden streng gefastet wird. Normalerweise werden Fastentage, die auf einen Schabbatfallen (an dem nicht gefastet werden darf), um einen Tag verschoben. Jom Kippur ist die einzige Ausnahme, was auf die besondere Bedeutung dieses Tages hinweist. Während der zehn Bußtage und spätestens am Jom Kippur sollte der Mensch sich mit seinen Mitmenschen und mit Gott versöhnen und umkehren. Nach jüdischer Tradition wird an diesem Tag das Schicksal der Menschen für das kommende Jahr besiegelt.
Der Tag wird größtenteils mit Gebeten in der Synagoge verbracht, die Gebetszeiten, Morgen-, Nachmittags- und Abendgebet, schließen sich unmittelbar aneinander an. In einer speziellen Zeremonie wird der Verstorbenen gedacht. Während des Nachmittagsgottesdienstes wird das Buch Jona verlesen.
Das Tragen von Lederkleidung und Schmuck, der Gebrauch von Kosmetika, das Baden und Geschlechtsverkehr sind an diesem Bußtag verboten. Gesetzestreue Juden sind in ein weißes Bußgewand,ihr Totenhemd, gehüllt und überhaupt herrscht Weiß, die jüdische Farbe der Trauer, an diesem Tag in der Synagoge vor: weiße Käppchen der Betenden, weißer Vorhang vor dem Toraschrein, weiße Toramäntel, weiße Decke auf dem Almemor, dem Pult; auf dem die Tora verlesen wird.Besonders herausragend sind der Vorabend mit dem besonders feierlich vorgetragenen Kol Nidre-Gebet und der Ausklang des Festes mit dem Neila-Gebet und dem Blasen des Schofar.


Sukkot / Laubhüttenfest

Das Laubhüttenfest, welches vom 15. bis 22.Tischri gefeiert wird, ist ein freudvolles Fest. Die beiden ersten und die letzten zwei Tage sind Feiertage mit Arbeitsverbot, die übrigen Tage sind Halbfeiertage an denen gearbeitet werden darf. Einerseits ist Sukkot ein herbstliches Dankfest anlässlich der Obst- und Weinlese, aber darüber hinaus soll es auch an das Leben in Hütten und an Gottes Bewahrung nach dem Auszug aus Ägypten, während der vierzigjährigen Wüstenwanderung, erinnern. Das Angewiesensein auf Gottes Hilfe und die Unzulänglichkeit scheinbarer menschlicher Sicherheit sollen ins Bewusstsein gerückt werden. Für die Laubhütte gelten besondere Vorschriften. Sie muss eine Mindesthöhe und wenigstens drei Wände haben, außerdem muss sie im Freien stehen. Ihr mit Laub bedecktes Dach muss so beschaffen sein, dass man Sonne, Himmel und Sterne sehen kann. Es mussaber gleichzeitig mehr Schatten spenden als Sonnenlicht hereinlassen. Mit dem Bau beginnt man am Tag nach dem Versöhnungstag. Während der Sukkotfeiertage sollen in der festlich mit Früchten der Jahreszeit geschmückten Laubhütte (Sukka) die Mahlzeiten eingenommen werden. Dazu werden Gäste eingeladen. Wo es das Klima erlaubt, soll darin auch geschlafen werden. Während der Liturgie in der Synagoge wird ein Feststrauß („Lulaw“ oder auch „Arba Minim“ benutzt, der aus vier Teilen besteht: einer besonderen Zitrusfrucht, dem Etrog, und drei mit trockenen Palmblattstreifen zusammengebundenen Zweigen. In der Mitte ein Palmzweig(Lulaw), drei Myrtenzweige rechts (Hadassot)und zwei Bachweiden (Arawot)links. Im Gottesdienst wird außer der Tora noch das Buch Prediger gelesen.


Simchat Tora / Tora-Freudenfest

Am letzten Tag des Sukkotfestes wird Simchat Torabegangen. An diesem fröhlichen Fest, das nach Levitikus 23,36 „Schlussfest“ heißt, drückt sich die intensive und lebendige Beziehung zur Tora aus. Mit diesem Fest, werden der Abschluss des jährlichen Toravorlesungszyklus und der Neubeginn des Zyklus gefeiert. Der letzte Abschnitt der Tora (5. B. Moses 34) wird gelesen und sofort anschließend der neue Zyklus mit dem Vorlesen des Schöpfungsberichtsim ersten Toraabschnitt (1. B. Moses) begonnen. Während des Gottesdienstes werden sämtliche Torarollen aus dem Toraschrein herausgenommen und in freudiger, festlicher Prozession sieben Mal herumgetragen. Bei der sich anschließenden Lesung wird der Abschnitt 5. B. Moses 33 so oft wie nötig wiederholt, um möglichst alle männlichen Anwesenden dazu „aufzurufen“, d.h. ihnen die Ehre zuteilwerden zu lassen, dem Vorlesen des Abschnittes persönlich beizuwohnen. Selbst Kinder, die noch nicht ihre Bar Mizwa gefeiert haben, dürfen die Benediktionen über die Tora sprechen. Eine ganz besondere Ehre ist es, zur Lesung des letzten Abschnitts („Chatan Tora“) oder des ersten Abschnitts „Chatan Bereschit“) aufgerufen zu werden. Singend und mit bzw. um die Torarollen tanzend, feiern die Gläubigen diesen Tag in ausgelassener Freude.


Chanukka

Chanukka (hebr. „Einweihung“ ) heißt das achttägige Fest, das am 25. Kislew beginnt und bis 2. Tewet (November/Dezember) in Erinnerung an den Sieg des Judas Makkabäus über Antiochus IV Epiphanes von Syrien im Jahre 164 vor christlicher Zeitrechnung und an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem ein Jahr später gefeiert wird. Juda Makkabäus reinigte den entweihten Tempel, entfernte den heidnischen Altar und brachte auf einem neuen Altar wieder Brandopfer dar. Der Legende nach soll ein einziger, noch unversehrter Krug reinen Öls gefunden worden sein, dessen Menge wunderbarerweise statt für nur einen Tag, acht Tage lang den siebenarmigen Leuchterspeiste, bis neues Öl gepresst werden konnte. Deshalb benutzt man für Chanukka einen achtarmigen Leuchter („Chanukkia“), dessen Lichter an den Abenden des Festes in nacheinander aufsteigender Zahl angezündet werden, am ersten Abend ein Licht, am zweiten Abend zwei Lichter usw., bis am Vorabend des letzten Tages alle acht Kerzen oder kleine Ölkrüge des Leuchters brennen. Die neunte Kerze, die sich in der Mitte oder seitlich des Chanukkaleuchters befindet, heißt „Schamasch“ (Diener), denn sie dientlediglich dem Anzünden der anderen acht Kerzen.Auch Frauen sind zum Anzünden einer Chanukkia ausdrücklich verpflichtet. Kinder bekommen an Chanukka traditionell ein kleines Geschenk, das sogenannte „Chanukkageld“, und spielen mit einem Kreisel (hebr. „Sewiwon“ oder jiddisch „Trendel“). Es ist Brauch in den Familien, an diesen Tagen Fettgebackenes zu essen (Krapfen, Kartoffelpfannkuchen).


Purim

Purim, das „Losfest“, welches am 14./15. Adar gefeiert wird, ist ein nachbiblisches Freudenfest zur Erinnerung an die Rettung der persischen Juden vor der Verfolgung Hamans, eines Günstlings des Perserkönigs Xerxes (im Buch Esther "Ahaswerosch") im 5. Jahrhundert vor christlicher Zeitrechnung. Das Buch Esther berichtet: Der Heerführer der Perser und Günstling des Königs, Haman, plante die Vernichtung der persischen Juden, weil sie nicht bereit waren, vor ihm die Knie zu beugen. Durch das Los bestimmter er den 13. Adar als Tag ihres Untergangs. Doch Esther, der jüdischen Gemahlin des Königs, und ihrem Oheim Mordechai gelang es, das Unheil abzuwenden. Haman wurde an den Galgen gehängt, der für Mordechai vorgesehen war, und dieser stieg zu hohen Ehren auf. Der Vortag ist ein Fasttag. Beim Abend- und beim Morgengottesdienst von Purim wird als Mittelpunkt der Feier die „Megillat Esther“, die Ester-Rolle verlesen. Es ist eine wie die Tora sorgfältig handgeschriebene Pergamentrolle. Es ist Brauch, insbesondere für die Kinder, während der Lektüre der Esthergeschichte mit Ratschen und anderen Gegenständen zu lärmen, wenn der Name des Haman genannt wird. Freunde und Arme werden mit Speisen beschenkt. Als traditionelles Gebäck gehören Hamantaschen oder Hamanohren zu diesem Tag. Kinder verkleiden sich und führen Theaterstücke auf und für die Erwachsenen ist Alkoholkonsum während der Festmahlzeit ausdrücklich erwünscht.


Pessach

Pessach ist das erste der drei biblischen Wallfahrts- bzw. Erntefeste (Beginn der Gerstenernte in Israel). Es wird sieben Tage lang vom 14. bis 21. Nissan, in der Diaspora einen Tag länger gefeiert. Der erste und der siebte Tag sind Vollfeiertage, dazwischen liegen fünf Halbfeiertage. Zelebriert wird das „Fest der Überschreitung“ in Erinnerung an die Verschonung der israelitischen Erstgeborenen in Ägypten und an den Auszug aus dem Land der Knechtschaft (Fest der Befreiung). Während des Pessach-Festes soll sich keinerlei Gesäuertes („Chamez“) mehr im Haus befinden. Deshalb wird nach einer vorausgegangenen Generalreinigung des Hauses bzw. der Wohnung am Abend zuvor das noch verbliebene Gesäuerte (Brotreste, Teigwaren) zusammengesucht und am darauffolgenden Tag zur Mittagszeit nach einem speziellen Ritus verbrannt. Auch Geschirr, Bestecke und Töpfe werden für Pessach koscher gemacht oder für die Dauer des Festes ausgetauscht.
Das ungesäuerte „Brot des Elends“, die Mazza, ist Symbol für die Befreiung aus Ägyptischer Knechtschaft. Die Bitterkräuter, die in der Diaspora an den beiden ersten Abenden (in Israel nur am ersten Abend) im Rahmen einer häuslichen, genau festgelegten fünfzehnteiligen Ordnung („Seder“) verspeist werden, symbolisieren die Unterdrückung durch die Ägypter.
Pessach gilt auch als Frühlingsfest. In biblischer Zeit wurde am zweiten Tag des Pessachfestes der Omer („Garbe“), der Erstling der Gerstenernte, im Tempel dargebracht. Von dieser Darbringung an werden 7 mal 7, also 49 Tage gezählt, und der fünfzigste ist das Ernte- und Wochenfest Schawuot. Die „Omer-Zählung“ geht zurück auf eine Zeit, als es noch keinen Kalender gab; an ihr wird jedoch traditionell festgehalten. Die Sefirat ha’Omer (das Omer-Zählen) beginnt am Abend des zweiten Pessachtages. Die Formel dafür lautet: „Heute ist der soundsovielte Tag nach dem Omer“.
Aus verschiedenen Gründen, unter anderem wegen des Untergangs der aufständischen Juden in der Bar Kochba-Revolte gegen die Römer zur Zeit Kaisers Hadrian, aber auch in Erinnerung an die schweren Verfolgungen während der Kreuzzüge, die damals wegen des christlichen Vorwurfs des Gottesmordes häufig in die Wochen zwischen Ostern und Pfingsten (also in zeitlicher Nähe zu den jüdischen Feiertagen Pessach und Schawuot) fielen, gilt die Omer-Zeit bis heute noch als Trauerzeit, in welcher freudige Ereignisse, wie insbesondere z.B. Hochzeiten nur an wenigen besonderen Tagen begangen werden dürfen.


Schawuot

Das „Wochenfest“ „Chag haSchawuot“ wird 50 Tage, also 7 Wochen, nach Pessach am Ende der Zeit des Omerzählens am 6. und 7. des Monats Siwan begangen. Das Fest war zur Zeit des Tempels wie Pessach und Sukkot ein Wallfahrtsfest und ist das Fest der Erstlingsfrüchte (in Israel besonders Weizen). Dementsprechend werden die Synagogen mit Früchten und frischem Grün sowie Blumen geschmückt. Neben dem agraren Aspekt hat Schawuot einen historischen Charakter und wird mit der Erinnerung an die Offenbarung am Sinai und die Verkündung des Dekalogs sowie gleichzeitig mit der Vergegenwärtigung der Erwählung des Volkes Israel verbunden. Aus diesem Grund ist es Tradition an Schawuot eine Nacht des Lernens abzuhalten. An Schawuot wird im Gottesdienst außer der Toravorlesung auch noch das Buch Ruth gelesen, dessen wesentlicher Hintergrund die Getreideernte in Bethlehem ist.


Lag baOmer

Die Zeit zwischen Pessach und Schawuot ist die Zeit des Omer-Zählens und eine Art Trauerzeit. Keine fröhlichen Feste, keine Musik, keine Hochzeiten, auch kein Haareschneiden sind in dieser Zeit erlaubt. Nur am 33. Tag wird die Trauer unterbrochen und ein Halbfeiertag gefeiert. Im 2. Jahrhundert soll eine Seuche nach Pessach viele der Schüler Rabbi Akivas dahingerafft haben. Am 33. Tag hörte die Seuche auf. Daher die Freude und der Feiertag. Die Kabbalisten gedenken an diesem Tag außerdem des Todestages von Rabbi Schimon bar Jochai, auf dessen ausdrücklichen Wunsch, dieser Tag als fröhlicher Tag begangen werden soll. Es ist Tradition, an diesem Tag mit Jugendlichen einen Ausflug in die Natur zu unternehmen, Spiele im Freien zu veranstalten und abends Lagerfeuer mit gegrillten Kartoffeln zu machen. An diesem Tag darf auch geheiratet werden.