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Engagement für Israel

Das Schicksal der Brüder und Schwestern in Palästina, die um die Freiheit des Landes kämpften wurde von den Saarbrücker Gemeindemitgliedern von Anfang an stets mit großem Interesse und Empathie verfolgt. Bereits im Jahr 1947 wurden Spendensammlungen durchgeführt, die auch in den Folgejahren, nach der erfolgten Staatsgründung Israels, zur Unterstützung des Aufbaus des Landes und dortiger caritativer Einrichtungen fortgeführt wurden. Auch Sammelbüchsen zugunsten des Jüdischen Nationalfonds KKL e.V. waren jahrzehntelang in fast jedem Haushalt vorhanden. Der Einfluss des Saarbrücker Vorkriegsrabbiner Dr. Rülf, der seit seiner Emigration 1935 in Israel lebte und vom Sommer 1951 bis zum Sommer1952 für ein Jahr nach Saarbrücken gekommen war, um der neugegründeten Gemeinde beim Aufbau jüdischen Lebens zu helfen, hat diesbezüglich sicher auch dazu beigetragen, das bereits vorhandene Engagement für Land und Leute in Israel zu intensivieren.
Überhaupt war das Thema Israel und seine prekäre Sicherheitslage über die Jahre immer wieder eines der Hauptthemen kultureller Veranstaltungen in der Gemeinde: Israelische Journalisten und andere hierfür kompetente Redner wurden alljährlich zu Vorträgen und Filmvorführungen über das Land und die jeweilige aktuelle Lage im arabisch-israelischen Konflikt ins Gemeindehaus eingeladen und im Nachrichtenblatt der Synagogengemeinde wurden jahrelang die Rundfunksendungen des Saarländischen Rundfunks über Israel angekündigt - ein Fernsehgerät besaßen bis in die 1970er Jahre die wenigsten Gemeindemitglieder.
Neben der WIZO-Frauengruppe wurde 1967 ein kleiner Ortsverband der ZOD, der Zionistischen Organisation Deutschlands, und 1971 eine Ortsgruppe der ZJD, der Zionistischen Jugend Deutschlands, gegründet, die allerdings in der Folge wenig aktiv waren. Die Kinder- und Jugendalijah, eine 1933 in Berlin gegründete jüdische Wohlfahrtsorganisation, die versuchte, möglichst viele Kinder und Jugendliche in der Zeit des Nationalsozialismus aus dem Deutschen Reich vor allem nach Palästina in Sicherheit zu bringen und seit der Gründung Israels weiter bemüht ist, jüdischen Jugendlichen aus Nordafrika, Osteuropa, Lateinamerika und Äthiopien in israelischen Jugenddörfern eine neue Heimstätte zu bieten, wurde von Mitgliedern und der Gemeindeleitung oft mit Spenden bedacht, um ihre Arbeit zu unterstützen.
Die Kantoren Barsilay und Lipschitz initiierten in ihrer Amtszeit für die Gemeindemitglieder Iwrit-Sprachkurse zur Erlernung des modernen Hebräisch.
Seit 1951 findet jährlich eine von der Gemeinde ausgerichtete feierliche Begehung des Jahrestags der Staatsgründung Israels statt. In den ersten Jahren fielen diese Feierlichkeiten aus finanziellen Gründen bescheiden aus, ab der 60erJahre wurden diese Veranstaltungen als Höhepunkte des jährlichen Veranstaltungsprogramms der Gemeinde immer aufwändiger gestaltet und oft in Anwesenheit des jeweiligen israelischen Botschafters in der Bundesrepublik oder in seiner Vertretung eines Botschaftsrates oder Botschaftssekretärs durchgeführt.
Die Ermordung von 11 israelischen Sportlerinnen und Sportler im Olympiadorf in München am 5. September 1972 wurde als gewaltiger Schock und als Warnung in Bezug auf die eigene Sicherheit wahrgenommen. Um eventuellen Friedhofsschändungen zuvor zu kommen ordnete die Gemeindeleitung wenige Tage später an, den Saarbrücker Friedhof, der sonst stets geöffnet war, abzuschließen und Schlüssel nur auf Anfrage auszugeben.
Seit Ende der Siebziger Jahre wird im Rahmen des Morgengottesdienstes an jedem Schabbat und an Feiertagen ein Gebet für den Staat Israel gesprochen; seit 2015 wird es sogar feierlich gesungen.
Selbstverständlich ist die Synagogengemeinde als Körperschaft Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft – Arbeitsgemeinschaft Saar mit welcher sie oft kooperiert.
Dieses auch von außen wahrgenommene starke Interesse an Israel führte oft zur Verwechslung saarländischer Juden mit israelischen Staatsbürgern. Nicht selten kam es vor, dass Vorsitzenden oder anderen Vertretern der Gemeinde von einem Besuch in „Ihrer“ Heimat berichtet wurde bzw. diese auf von „Ihrem“ Präsidenten (gemeint waren die jeweiligen israelischen Staatspräsidenten) geäußerten Worte angesprochen wurden.

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